Elbsandsteingebirge, 5-Tages-Tour

Elbsandsteingebirge, 5-Tages-Tour

ca. 80km, von Lohmen zu den Rammsteinen und zurück.

Hier war ich während der Faschingswoche vom 7.3.-11.3.11 unterwegs.
Die Wege waren teils noch ziemlich stark vereist, die Nächte bis zu -5°C kalt.
Mit 20kg Marschgepäck sollten die Tage zwar anstrengend, aber wieder einfach toll werden.

1. Tag:
Vom Parkplatz in Lohmen nähe Pirna über den Uttewalder Grund nach Stadt Wehlen.

In der Stadtmitte von Wehlen rechts der Dorfstraße zum Dorfende folgen.
Am Dorfende geht es im Wald über Treppen bergauf nach Dorf Wehlen.
Die Übernachtungsgaststätte Haus Wehlen im Dorf Wehlen liegt dann links nach ca. 500m. Die Wirtin ist sehr freundlich, die Zimmer sauber und das
Natursteak mit viel Gemüse und Bratkartoffeln in einer Pfanne serviert, kann ich nur empfehlen.

Das Frühstück ist nicht üppig, aber für das Geld durchaus ok.
Wegstrecke: ca. 14km – leicht



2. Tag:
Vom Dorf Wehlen wieder zurück zur Stadt Wehlen, den Malerweg entlang hinauf zum Steinernen Tisch und zur Bastei. Eine geniale Aussicht, allerdings im Sommer
wahrscheinlich recht voll. Selbst am Faschingsdienstag waren jede Menge anderer und ein französische Schulklasse unterwegs.

Von dort wieder bergab zum Kurort Rathen und über den Füllhölzlweg ins Polenztal. Hier wird es wieder einsamer und stiller. Das Polenztal ist dann das genaue
Gegenteil zur Bastei.
Danach steil hinauf nach Hohenstein und weiter zum Campingplatz „Entenfarm“, der ca. 1,5 km ausserhalb liegt. Der Campingplatz ist ausdrücklich zu empfehlen.
Ein reiner Wiesenplatz – für Zelte bestens geeignet.

Auch wenn ich der einzige Gast war (wer geht schon bei Minusgraden und Sturm freiwillig zelten), waren die Duschräume beheizt. Die sanitären Anlagen und auch die freundlichen Betreiber des Zeltplatzes bekommen die Note 1 von mir.

Bei knapp -5°C und heftigen Ostwinden wurde die Nacht doch etwas unruhiger als gedacht. So fühlte sich die Temperatur wesentlich kälter an und am nächsten Morgen hätte ich Rotkäppchen mit den roten Bäckchen durchaus Konkurrenz machen können..

Wegstrecke: ca. 15km – mittelschwer

3. Tag:
Von der Entenfarm geht es nach kurzer Asphaltstrecke links auf einem Waldweg der Straße entlang (gelber Strich auf weißem Grund), danach rechts über die Straße und links leicht bergauf zum Brandweg wieder in Richtung Hohnstein, dann links zur Brandstraße, dem Malerweg folgend zur Kohlmühle.

Bei der Kohlmühle links dem Malerweg folgend am Waldrand entlang.

Ich bin dann nach ca. 200m steil bergauf durch den Wald nach Altendorf gewandert. In Altendorf gibt es rechts zum Ortsende hin eine Metzgerei, die nachmittags geöffnet hat und so konnte ich mich für die nächsten Tage mit leckeren Sachen eindecken.

Von Altendorf geht es dann bergab zur Ostrauer Mühle.

Die Ostrauer Mühle ist zwar sehr schön angelegt, die sanitären Anlagen wirklich klasse, die Betreiber freundlich, jedoch ist der Boden für Zelte nicht unbedingt geeignet, da hier sehr
steiniger Boden ist, der bei Regen auch noch aufweicht. Normale Heringe haben keine Chance, hier nur ansatzweise das Zelt zu stabilisieren. Also bitte meine Y-Heringe oder dicke Stahlheringe mitnehmen, damit das Zelt abzuspannen ist.

Wegstrecke: ca 12km – leicht/mittelschwer

4. Tag:
Bei der Ostrauer Mühle hatte ich mein Zelt dann zwei Nächte stehen und begab mich am nächsten Tag mit meinem als Daypack umfunktionierten Tourenrucksack auf die Wanderung zu den Rammsteinen, dem Inbegriff der Sächsischen Schweiz.

Und ich tat gut daran, mit wenig Gepäck zu starten, da dieser Tag trotz weniger Gewicht sehr anstrengend werden sollte, da mir die letzten Tage schon in den Beinen steckten.

Hinter der Ostrauer Mühle beginnt links bergauf der Flößersteig, der am Hang entlang durch das Kirnitzschtal führt.
Über den Nassen Grund bergauf zum Aufstieg zur Mittelspitze, der über verschiedene Leitern führt und noch komplett mit Schnee bedeckt und vereist war. Vor dem Aufstieg über die vereisten Leitern traf ich den Nationalpark Ranger Martin Bernd, der mir auf sehr nette Art die ganzen umliegenden Berge erklärte.

Die Schrammsteinaussicht und der Gratweg, der gleichzeitig auch der Malerweg ist, waren jedoch alle Mühen wert. Einfach nur grandios!!!!!
Über den Gratweg zurück zu den Affensteinen und Abstieg zum Dietrichsgrund, wo sich noch ein Abstecher zum Lichtenhainer Wasserfall lohnt.

Dann geht es über den Flößersteig zurück zur Ostrauer Mühle.

Wegstrecke: ca. 16km, mittel/schwer (mit vollem Gepäck)

5. Tag:
Nachdem ich meine tropfnassen Sachen zusammengepackt hatte (es hatte am Vortag über Nacht geregnet, dann gefroren und der Zeltboden war durch Kondenswasser triefend nass) machte ich mich auf den Heimweg.

Hinter der Zeltplatz rechts bergauf Richtung Ostrau, wo man am Eingang von Ostrau noch einen wunderschönen Blick zurück auf die Rammsteine hat, geht es weiter durch den Wolfsgraben nach Bad Schandau. Hier kommt man an verschiedenen Imbissbuden vorbei, die ich links liegen gelassen habe, obwohl der Duft schon sehr verführerisch war.

Also weiter bis nach Prossen.
Am Ortsende leicht bergauf durch den Nationalpark dem Sellnitzgrund folgend bis zur Nordansicht des Liliensteins.

Dann geht es rechts weiter zum Lottersteig, der hier jedoch ein Abstieg zur Elbe war (ich hatte mich sehr gefreut, dass es nicht nochmals bergauf ging).
Danach geht es über einen schönen, weichen, sandigen Weg der Elbe entlang nach Rathen.

Von dort aus über einen leider asphaltierten Weg bis nach Stadt Wehlen und dort bergauf auf einem Sandsteinweg über Dorf Wehlen nach Lohmen, wo das Auto steht.

Wegstrecke: ca. 20km, mittel



Autor: Reiner
Kartenmaterial: Topographische Karte 1:25.000 Nationalpark
Sächsisch-Böhmische Schweiz.